Resi­li­enz im Unter­neh­men:
Agil und wider­stands­fä­hig wer­den

Lese­zeit: 5 Minu­ten

Die Digi­ta­li­sie­rung ist aus dem All­tag nicht mehr weg­zu­den­ken. Damit ein­her­ge­hend ent­ste­hen immer wie­der neue Anfor­de­run­gen an Unter­neh­men – und das bran­chen­über­grei­fend. Der Markt und die Wün­sche Ihrer Kun­den ver­än­dert sich schnel­ler, Ihre Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen müs­sen immer schnel­ler ver­füg­bar sein und Ihre Teams ver­lan­gen bes­se­re und fle­xi­ble­re Model­le zur Arbeits­ein­tei­lung.

Des­halb müs­sen sich Unter­neh­men und auch Sie als Füh­rungs­kraft sich immer agi­ler und wider­stands­fä­hi­ger posi­tio­nie­ren. Was das für Sie bedeu­tet und wie Sie die­sen Anfor­de­run­gen gewach­sen sind, lesen Sie in die­sem Arti­kel.

  • Was bedeu­tet Agi­li­tät?

  • Raus aus dem Palast

  • Schluss mit star­ren Hier­ar­chien

  • Offen­heit ist der Schlüs­sel

  • Gute Vor­be­rei­tung und Zeit

1. Was bedeu­tet Agi­li­tät?

Agi­li­tät bedeu­tet grob: Aktiv, fle­xi­bel und anpas­sungs­fä­hig sein und blei­ben. Für Sie selbst und Ihr Unter­neh­men bedeu­tet das, für Neu­es offen zu sein und sich von Struk­tu­ren zu lösen, die Sie und Ihr Team im Arbeits­all­tag brem­sen. Denn Pro­ble­me ent­ste­hen vor allem immer da, wo Ihre Mit­ar­bei­ter Anwei­sun­gen und Regeln nicht ver­ste­hen, als unsin­nig erach­ten, ver­al­te­tet Arbeits­pro­zes­se nicht mehr tole­rie­ren oder Sie als Füh­rungs­kraft auf­grund ver­krus­te­ter Struk­tu­ren nicht mehr respek­tie­ren. 

Inno­va­ti­ons­kraft und eine Ener­gie, die für erfolg­rei­che Unter­neh­men von ent­schei­den­der Wich­tig­keit sind, haben so kei­ne Chan­ce und der unter­neh­me­ri­sche Erfolg stirbt von innen her­aus.

Die­ses Pro­blem beob­ach­tet man vor allem bei älte­ren Unter­neh­men, denn je älter das Unter­neh­men, des­to ein­ge­fah­re­ner sind Pro­zess und des­to schwie­ri­ger wird agi­les Arbei­ten.

Hören Sie genau hin. Wie oft haben Sie fol­gen­de Sät­ze schon gehört:

  • Das haben wir immer schon so gemacht

  • Das funk­tio­niert schon seit Jah­ren so

  • Das kön­nen wir nicht ändern

  • Das bleibt hier alles so, wie es ist

Jeder die­ser Sät­ze bremst die Agi­li­tät in Ihrem Unter­neh­men oder macht sie gar unmög­lich. Dem soll­ten Sie ent­ge­gen­wir­ken!

2. Raus aus dem Palast

Unter­neh­mer und Füh­rungs­kräf­te tref­fen Ent­schei­dun­gen häu­fig abge­schie­den von den Mit­ar­bei­tern – und stel­len die­se dann vor voll­ende­te Tat­sa­chen. Häu­fig ist dies die Quel­le von viel inne­rem Frust in Unter­neh­men. Zukunfts­fä­hi­ges und agi­les Arbei­ten sieht anders aus. 

Denn durch dyna­mi­sche Ver­än­de­rung an den Märk­ten und immer neue Kun­den­n­be­dürf­nis­se sind die eige­nen Plä­ne und Struk­tu­ren nicht mehr so lang­fris­tig plan­bar wie frü­her. Des­halb braucht es hier einen neu­en und ganz­heit­li­che Denk­an­satz: Legen Sie erst das Ziel fest und defi­nie­ren Sie im Anschluss Schritt für Schritt und unter Anteil­nah­me Ihrer Mit­ar­bei­ter die Schrit­te zur Ziel­er­rei­chung.

Sei­en Sie loy­al gegen­über Ihren Zie­len, jedoch nicht Ihren Teil­schrit­ten. So kön­nen Sie in ein­zel­nen Abschnit­ten bes­ser, schnel­ler und fle­xi­bler reagie­ren, wenn sich Rah­men­be­din­gun­gen oder Bedürf­nis­se ändern.

Arbei­ten Sie mit Ihrem Team an fol­gen­den Punk­ten:

  • Defi­nie­ren Sie das Pro­jekt­ziel

  • Legen Sie Teil­schrit­te und Etap­pen­zie­le fest

  • Zer­le­gen Sie auch die­se Teil­schrit­te wie­der in klei­ne Ein­hei­ten und defi­nie­ren Sie Zustän­dig­kei­ten

3. Schluss mit star­ren Hier­ar­chien

Selbst­ver­ständ­lich gehört es zu Ihren Auf­ga­ben als Füh­rungs­kraft auch dazu, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Doch ein Big-Boss-Denken soll­te in agi­len Unter­neh­men aus­ge­dient haben. Denn wer agil sein will, soll­te auch fle­xi­bel sein kön­nen. Las­sen Sie Ihre Mit­ar­bei­ter mite­ent­schei­den, sich ein­brin­gen und ihre eige­nen Stär­ken zum Erfolg bei­tra­gen.

Schaf­fen Sie dadurch eigen­dy­na­mi­sche Hier­ar­chien, die sich von selbst ent­wi­ckeln und reagie­ren Sie als Füh­rungs­kraft nur, wenn etwas nicht mehr funk­tio­niert oder ver­bes­sert wer­den kann. Das bedeu­tet auch, Hier­ar­chien situa­tiv und pro­jekt­be­zo­gen fest­zu­le­gen. Dafür ist es nötig, dass Sie die Stär­ken und Schwä­chen Ihrer Mit­ar­bei­ter sehr genau ken­nen.

4. Offen­heit ist der Schlüs­sel

Schaf­fen Sie eine völ­lig neue Art der Zusam­men­ar­beit in Ihrem Unter­neh­men! Zie­le dabei ist es, einen mög­lichst hohen Grad an Eigen­ver­ant­wor­tung und Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on zu errei­chen. Offen­heit ist hier der Schlüs­sel. Eta­blie­ren Sie eine Kul­tur der unbe­ding­ten Offen­heit und Ehr­lich­keit zuein­an­der. Dazu gehört auch eine gute Feedback-Kultur, auch Ihnen als Füh­rungs­kraft gegen­über. 

Auch die Gesund­heit Ihrer Mit­ar­bei­te soll­te Ihnen am Her­zen lie­gen. Mehr dazu haben wir in die­sem Blog­ar­ti­kel bereits erör­tert.

6. Gute Vor­be­rei­tung und Zeit

Mit der Erkennt­nis, dass Ihr Unter­neh­men wider­stands­fä­hi­ger und agi­ler sein muss, haben Sie bereits den ers­ten Schritt gemacht. Doch auch hier gilt wie bei allen ande­ren unter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dun­gen: Nicht über­stürzt han­deln. Denn das kann leicht Über­for­de­rung aus­lö­sen und genau das Gegen­teil von dem bewir­ken, was Sie eigent­lich woll­ten.

Tes­ten Sie Ihre neue Unter­neh­mens­kul­tur zunächst in ein­zel­nen Pro­jek­ten und prü­fen Sie vor­her, ob das Pro­jekt auf­grund sei­ner eige­nen Dyna­mik über­haupt dafür geeig­net ist. 

Wenn die Kul­tur funk­tio­niert und ange­nom­men wird, kön­nen Sie sie Teil für Teil in den Rest Ihres Unter­neh­mens inte­grie­ren. Und kei­ne Sor­ge: aller Anfang ist schwer! Auch wenn der Start etwas holp­rig ist, bedeu­tet Agi­li­tät auch: Ent­wick­lung.